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Öffentlicher Nahverkehr

ÖPNV in Erlangen bedeutet: Busse versorgen die Stadt und binden sie an die Region an. Schnelle und direkte Verbindungen zu den umliegenden Städte bieten die S-Bahn und die Regionalverkehre.

Die „Arbeitsteilung“ zwischen den Verkehrsträgern funktioniert. Und dennoch kann und muss gefragt werden: Wo besteht Veränderungsbedarf? Und welche Veränderungen müssen kurzfristig umgesetzt werden, welche benötigen eine längere zeitliche Perspektive?

Zwei eng verzahnte Planungen sollen hierfür Antworten liefern: das ÖPNV-Konzept und der Nahverkehrsplan.

Das ÖPNV-Konzept

Das ÖPNV-Konzept untersucht ganz grundsätzlich Angebote und Infrastrukturen. Dabei soll ermittelt werden, welches Potenzial für einen attraktiven ÖPNV in Stadt und Region jetzt und in Zukunft besteht und wie dieses am besten genutzt werden kann.

Dazu werden zunächst verschiedene Möglichkeiten der langfristigen Entwicklung von Infrastruktur und Angebot geprüft - und zwar mit einem Blick über den Tellerrand. Infrastruktur-, Fahrzeug- und Angebotskonzepte, die in anderen Städten und Regionen Europas eingesetzt werden, werden miteinander verglichen. Ziel ist es, herauszufinden, ob es gerade mit Blick auf die Zukunft noch Optionen gibt, die auch für Erlangen interessant sein könnten. Wenn die Ergebnisse des Vergleichs zu Beginn des Jahres 2014 vorliegen, werden sie der Politik vorgestellt und mit den Erlanger Bürgerinnen und Bürgern diskutiert.

Was heute ist…

Im Anschluss an diesen eher abstrakten Vergleich wird es dann konkreter. In der ersten Hälfte des Jahres 2014 wird mit Hilfe des Verkehrsmodells eine Bestandsaufnahme durchgeführt, die Qualität und Leistung des aktuellen ÖPNV- Angebots objektiv beurteilen soll. Hierfür gilt es auch, die Sichtweise derjenigen einzufangen, die die Busse und Bahnen in Erlangen täglich nutzen. Sie sollen den Planern Auskunft darüber geben, wo es aus ihrer Sicht Probleme mit Angebot und Infrastruktur (Haltestellen, Fahrzeuge, Information) gibt. Eine wertvolle Datengrundlage hierfür sind bereits vorliegende Befragungen von fast 20.000 Beschäftigten in erlangen im Jahr 2013 sowie von Haushalten in Erlangen.

… und was morgen sein soll

Die Erkenntnisse aus der Bestandsaufnahme werden dann mit den Zielen der Verkehrsentwicklung abgeglichen. Die Ziele für den ÖPNV müssen zu denen passen, die für die gesamte Verkehrsentwicklung angestrebt werden. Darum wird mit Beginn des Jahres 2014 im Dialog - Bürger mit Politik und Planung - gemeinsam ein Zielekatalog für alle Verkehrsarten entwickelt.

Dabei müssen für den ÖPNV die Ziele konkreter formuliert werden. Nur dann können die Planer sie nutzen, um zu überprüfen, welche Defizite heute bestehen. Dort, wo die Ist-Situation nicht mit den Vorstellungen von Politik, Planern und Bürgern an den ÖPNV übereinstimmt, müssen Maßnahmen getroffen werden, um die Entwicklung in die gewünschte Richtung zu lenken.

Wege aufzeigen und sie beschreiten

Diese Maßnahmen werden in einem Rahmenkonzept zu verschiedenen Bündeln geschnürt und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Die Details sowie Vorgaben für die Umsetzung fließen in die Fortschreibung des Nahverkehrsplans ein.

Nahverkehrsplan

Mit dem Nahverkehrsplan hat die Stadt Erlangen in ihrer Funktion als Aufgabenträger für den ÖPNV ein starkes Instrument in der Hand. In diesem kann sie nicht nur, sondern muss sogar aufbauend auf gesetzlichen Vorgaben genau beschreiben, welchen ÖPNV sie für angemessen hält - und warum. Dahinter steht die gesetzliche Verpflichtung der Stadt, die Daseinsvorsorge zu sichern. Daseinsvorsorge im ÖPNV bedeutet zweierlei:

ÖPNV nutzen alle

Zum ersten bedeutet es, dass alle Menschen - jung oder alt, männlich oder weiblich, mit großer Familie oder allein lebend, vermögend oder auf Unterstützung angewiesen, uneingeschränkt fit oder in ihrer Mobilität eingeschränkt - Busse und Bahnen gleichermaßen gut nutzen können. Nur dann kann sichergestellt werden, dass sie an den Möglichkeiten, die die Stadt in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt, Kultur, Mitgestaltung der Gesellschaft etc. bietet, teilhaben und Chancen nutzen können.

ÖPNV nutzt allen

Daseinsvorsorge bedeutet aber auch, dass der ÖPNV für sich und zusammen mit dem Rad- und Fußverkehr so attraktiv ist, dass die Fahrgäste ihn gerne nutzen - und dafür freiwillig das Auto stehen lassen. Damit trägt er dazu bei, negative Auswirkungen von zu viel Kfz-Verkehr zu reduzieren. Eine leisere Stadt, sauberere Luft, öffentliche Straßen und Plätze, die sicher und komfortabel vielfältig genutzt werden können - auch das sind Aspekte, die mit der Daseinsvorsorge zusammen hängen.

Im Nahverkehrsplan beschreibt die Stadt, wie sie die Daseinsvorsorge sichern will. Sie benennt Maßnahmen, die dafür konkret geeignet sind. Und sie sagt auch, wie viel diese kosten werden und wer für die Umsetzung bezahlen wird. Umgesetzt wird der Nahverkehrsplan über die Bestellung von Verkehrsleistungen durch die Stadt beim eigenen Verkehrsunternehmen: Der ESTW.

Aufgabenträger für den regionalen Busverkehr sind aber die Landkreise. Um eine optimale Ergänzung der städtischen und regionalen Busverkehre zu gewährleisten, ist eine enge Abstimmung der Nahverkehrspläne durch die Aufgabenträger notwendig.

Der Nahverkehrsplan wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 fortgeschrieben werden. Er setzt auf das ÖPNV-Konzept auf und konkretisiert dieses.

Letzte Aktualisierung: 02.10.2017

 

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