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Stadt-Umland-Bahn (StUB)


Dr. Florian JanikSehr geehrte Damen und Herren,
liebe Bürgerinnen und Bürger,

Erlangen bietet den vielen Menschen, die hier leben, eine außerordentlich hohe Lebensqualität – dank einer hohen Zahl an Arbeitsplätzen, einem vielfältigen Bildungs- und Kulturangebot und zahlreichen Freizeitmöglichkeiten nicht nur in der Stadt, sondern in der ganzen Region. Diese Lebensqualität zu erhalten und auszubauen ist eine Zukunftsaufgabe. Denn nur wenn das Umfeld weiterhin so attraktiv ist, können die Universität und die großen Unternehmen auch zukünftig die besten Köpfe aus aller Welt gewinnen, und nur dann leben die Menschen auch weiterhin so gerne in Stadt und Region.

Die Verkehrsinfrastruktur ist dafür von zentraler Bedeutung, denn Mobilität ist ein Grundbedürfnis. Bequem vom Zuhause zum Arbeitsplatz, zum Einkaufen in die Stadt oder zum Ausflug ins Grüne – die Menschen wollen sich bewegen. In Erlangen funktioniert das bisher mehr schlecht als recht. Erlangen braucht daher ein modernes, leistungsstarkes und umweltfreundliches Verkehrssystem. Deswegen arbeitet die Stadt an der Realisierung der Stadt-Umland-Bahn.

Die Stadt-Umland-Bahn ist eine große Investition und damit eine große Herausforderung für den Haushalt. Eine Förderung ist unabdingbar. Nach den Berechnungen des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) kommen abzüglich möglicher Förderung etwa 66,5 Mio. Euro Planungs- und Investitionskosten auf die Stadt Erlangen zu. Über einen Zeitraum von etwa 15 bis 20 Jahren ist die damit verbundene jährliche Haushaltsbelastung auch in Zukunft mit verantwortungsvoller und solider Haushaltspolitik zu vereinbaren.

Um die Planungen für die Stadt-Umland Bahn weiter voranzutreiben, gründet sich derzeit der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn. Die Planungen liefern dann die Grundlagen, um die Menschen in unserer Region an der Ausgestaltung dieses Verkehrsmittels der Zukunft zu beteiligen. Bis es soweit ist, bietet Ihnen diese Seite einen aktuellen Überblick über den Stand des Projekts.

Derzeit diskutieren wir im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans, wie der Verkehr in Erlangen in Zukunft aussehen soll. In den Foren haben Sie bereits heute die Chance, sich in die Diskussion einzubringen. Nutzen Sie diese Möglichkeit!

Ihr

Dr. Florian Janik

Oberbürgermeister

Aktuelle Situation

Großprojekte wie die StUB erfordern einen langen Planungsvorlauf. Der Zweckverband StUB soll zunächst Planung und Bau sowie in Zukunft den Betrieb der StUB übernehmen.

Nach dem Bürgerentscheid in Erlangen am 6. März 2016, bei dem sich rund 60 Prozent der Wählerinnen Wähler für die Gründung des Zweckverbands ausgesprochen haben, hat der Erlanger Stadtrat in seiner Sitzung am 17. März den Beitritt der Stadt Erlangen zum Zweckverband beschlossen (Weitere Informationen:www.erlangen.de/desktopdefault.aspx/tabid-1832/4079_read-32337/). Nach seiner Gründung am 4. April 2016 und der Besetzung des wirtschaftlichen, sowie des technischen Projektleiters werden durch den Zweckverband vertiefte Planungen des Projkets durchgeführt. In den kommenden Jahren werden die Investitionskosten für den Zuschussantrag konkretisiert. Ziel der Planung, die bis zur Phase der Genehmigungsplanung vorgenommen wird, ist das Planfeststellungsverfahren. Schon vorher werden jedoch – ähnlich wie im Forum Verkehrsentwicklungsplan – die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Erlangen in den Planungsprozess eingebunden.

Bei weiteren Fragen zum Projekt Stadt-Umland-Bahn steht Ihnen der Zweckverband unter folgender Adresse zur Verfügung:

info(at)stadtumlandbahn.de

Verkehr in Erlangen

Erlangen und sein Umland befinden sich in einem kontinuierlichen Wachstumsprozess. So übersteigt die Anzahl der Arbeitsplätze (ca. 103.000) und der Studierenden (ca. 29.000) im Stadtgebiet zusammengenommen bereits heute deutlich die Anzahl der Einwohner Erlangens (ca. 105.000). Hinzu kommen noch zahlreiche Auspendler (derzeit ca. 15.000), die unter anderem bei den großen Arbeitgebern in Herzogenaurach (Adidas, Puma, Schaeffler) oder in Nürnberg beschäftigt sind. Die positive Einwohner- und Arbeitsplatzentwicklung in der Region Erlangen führt zu einer immer weiter steigenden Verkehrsbelastung im Stadtgebiet, die das vorhandene Straßennetz kaum mehr adäquat bewältigen kann. Hinzu kommen zahlreiche Stadtentwicklungsprojekte wie der Siemens-Campus, das Entwicklungsgebiet Erlangen West und das Gewerbegebiet Herzobase in Herzogenaurach. Aus diesen Gründen steht für Erlangen insbesondere die umweltverträgliche Bewältigung des Stadt-Umland-Verkehrs im Vordergrund.

Aktuell wird nur die Nord-Süd-Achse von einem schienengebundenen Verkehrssystem bedient (DB-Strecke Bamberg-Erlangen-Fürth-Nürnberg). Der viergleisige Ausbau dieser Strecke mit Einrichtung eines S-Bahn-Betriebes wird derzeit schrittweise realisiert. Auch auf der Ost-West-Achse Herzogenaurach – Erlangen – Neunkirchen – Eschenau und auf der direkten Verbindung zwischen Erlangen und Nürnberg (B4) sind sehr hohe Verkehrsströme vorhanden. Diese Strecken werden im ÖPNV derzeit nur durch den Bus bedient, die Hauptlast des Verkehrs liegt hier allerdings auf dem motorisierten Individualverkehr (MIV).

Schienengebundenes Verkehrssystem – Stadt-Umland-Bahn (StUB)

Mit diesem Hintergrund wird seit den frühen neunziger Jahren die (Wieder-) Einführung eines leistungsfähigen Verkehrssystems im Großraum Erlangen diskutiert, verbunden mit dem Ziel einer nachhaltigen Steigerung des ÖPNV-Anteils.

Als zukunftsweisendes Verkehrssystem bietet sich die Stadtbahn an, ein modernes, hochwertiges Straßenbahnsystem mit elektrisch betriebenen Niederflurfahrzeugen, die unabhängig auf eigenem Bahnkörper oder – bei beengten Verhältnissen – flexibel im vorhandenen Straßenraum geführt werden kann. Seit etwa 20 Jahren sind Stadtbahnen im Trend, in ganz Europa kehren zahlreiche Städte erfolgreich wieder zur Schiene zurück. Und das mit gutem Grund, sind Stadtbahnen doch leistungsfähig, wirtschaftlich und fügen sich gut in das Stadtbild ein. Die volle Kompatibilität mit dem Nürnberger Straßenbahnsystem ermöglicht Direktfahrten in die Nürnberger Innenstadt und bietet gleichzeitig Synergien bei der Fahrzeugbeschaffung und Instandhaltung. Da die Stadtbahn nicht nur im Erlanger Stadtgebiet verkehrt, sondern mittels Überlandstrecken auch die Region anbinden soll, wurde der Begriff „Stadt-Umland-Bahn“ (kurz: „StUB“) geprägt.

Die StUB bietet eine hohe Beförderungsleistung bei geringem Flächenbedarf und niedrigen Emissionen. Für das Befahren der Überlandstrecken werden die Fahrzeuge eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h erreichen können. Bei einer Fahrzeuglänge von bis zu 40 m können über 80 Fahrgäste auf Sitzplätzen und zusätzlich maximal 140 stehende Fahrgäste befördert werden.

StUB: Systemvorteile

Wirtschaftlich im Betrieb:

Schienengebundene Verkehrsmittel haben durch die langen Fahrzeuge und die Möglichkeit der Zugbildung ein hohes Fassungsvermögen. So kann eine einzige Stadtbahn etwa drei Standardlinienbusse und bis zu 150 Pkws ersetzen. Wo heute beispielsweise die Buslinie 30 während des Semesters mit Zusatzkursen verstärkt werden muss, genügt in Zukunft eine einzige Stadtbahn mit entsprechend niedrigeren Personal- und Betriebskosten. Auch der zeitraubende Umstieg in Nürnberg Thon kann entfallen. Dank der fast vollständigen Führung auf eigener Trasse ist die StUB nicht vom Stau abhängig. Kürzere Fahrzeiten und die daraus resultierenden geringeren Umlaufzeiten tragen zu einer weiteren Verbesserung der Wirtschaftlichkeit bei.

Gut für die Umwelt:

Die geringe Reibung zwischen Stahlrad und Stahlschiene führt zu einem niedrigen Energieverbrauch. Zudem ist Elektromobilität auf der Schiene schon seit 135 Jahren Stand der Technik. Dabei kommen die Fahrzeuge ohne teure und schwere Energiespeicher aus, da der benötigte Strom kontinuierlich aus der Fahrleitung entnommen werden kann. Beim Bremsen wirkt zudem der Fahrmotor als Generator wodurch die überschüssige Energie ins Netz zurückgespeist werden kann. Die elektrisch betriebene StUB verursacht dank modernem Gleisoberbau geringe Lärmemissionen, die weit unter den Werten anderer Verkehrsmittel bei vergleichbarer Leistungsfähigkeit liegen.

Attraktiv für die Fahrgäste:

Zum Einsatz kommen moderne Niederflurwagen mit barrierefreiem Einstieg, der für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste und Reisende mit Kinderwagen kein Hindernis darstellt. Im geräumigen Fahrzeug stehen großzügige Mehrzweckbereiche – auch für die Fahrradmitnahme – und zahlreiche Sitzplätze zur Verfügung. Dank der Spurführung auf Schienen gleitet die Bahn mit hoher Laufruhe fast lautlos durch die Stadt. Eine weitere Systemeigenschaft hilft dem Fahrgast bei der ÖPNV-Nutzung: Dort wo ein Gleis liegt fährt die StUB – zuverlässig und regelmäßig! Zusammengefasst werden diese Vorteile als Schienenbonus bezeichnet, der sich bei allen vergleichbaren Projekten beobachten lässt und Fahrgaststeigerungen – verglichen mit dem Busverkehr – von teilweise über 50 % nach sich zieht.

Impulsgebend für die Stadt:

Die definierte Linienführung fördert die städtebauliche Entwicklung und Verdichtung entlang der StUB-Achsen. Gutachten bescheinigen der StUB eine positive Auswirkung auf den Einzelhandel und die Attraktivität der Innenstadt. Die wirtschaftliche Entwicklung wird angestoßen, der Standort Erlangen gewinnt an Attraktivität. Wo die StUB auf eigener Trasse verkehrt kann der Oberbau als Rasengleis ausgeführt und so die Aufenthaltsqualität und das Mikroklima des öffentlichen Raums wesentlich gesteigert werden. Zahlreiche positive Beispiele aus anderen Städten zeigen eine erhebliche Aufwertung des öffentlichen Raumes durch Stadtbahnprojekte.

Trassenführung

Die aktuellen Planungen konzentrieren sich auf die nicht von der S-Bahn bedienten aufkommensstärksten Abschnitte der o.g. Verkehrsrelationen. Sie umfassen in Ost-West-Richtung die Stecke Herzogenaurach – Erlangen sowie die Strecke von Erlangen nach Nürnberg entlang der B4. Diese Linienführung bildet das sogenannte Grundnetz, das wegen seiner Form „L-Netz" genannt wird. Hierbei stellt die StUB keine Konkurrenz zur bestehenden S-Bahn dar, vielmehr erschließt sie beispielsweise mit dem Uni-Südgelände und dem Siemenscampus neue Fahrgastpotentiale. An der ab 2016 in Betrieb gehenden Haltestelle „Am Wegfeld“ schließt die StUB an das Nürnberger Straßenbahnnetz an. So werden für Fahrgäste aus Erlangen und dem Nürnberger Norden attraktive Direktverbindungen geschaffen. Das Umsteigen vom Bus in die Straßenbahn und umgekehrt in Nürnberg-Thon entfällt.

Es handelt sich bei der vorliegenden Trasse um eine grobe Planung ohne ausreichende Detailtiefe. Abweichungen vom jetzigen Zustand sind möglich. Von der Haltestelle „Am Wegfeld“ ist vorgesehen, die StUB über Reutles entlang der B4 nach Tennenlohe und von dort aus zur Erlanger Südkreuzung zu führen. Dabei werden die Technische Fakultät und der Siemens Campus erschlossen. Von der Südkreuzung biegt die StUB auf die Nürnberger Straße ein und erschließt die Innenstadt mit den Erlangen Arcaden. Nach Unterquerung der Bahnlinie erreicht sie die Westseite des Hauptbahnhofs mit Anschluss an den Regional- und Fernverkehr und wird vom westlichen Ende der Werner-von-Siemens-Straße aus über den Regnitzgrund nach Alterlangen und Büchenbach geführt. Dort erschließt sie entlang des Adenauerrings große Wohngebiete. Nach Querung der A3 erschließt die StUB in Herzogenaurach nacheinander Hauendorf, Herzobase, die Zeppelinstraße, Rathsbergstraße, Glockengasse, Bahnhofstraße und endet nach insgesamt 25,36 km Trassenlänge am Alten Bahnhof endet.

Finanzierung

Die Investitionen für die Infrastruktur der StUB (ohne Fahrzeuge, mit Planungskosten) werden für das L-Netz mit den Endpunkten Herzogenaurach Bahnhofstraße und Nürnberg-Am Wegfeld aktuell auf ca. 258 Millionen Euro (Bezugsjahr 2014) geschätzt. Die drei am Projekt „Stadt-Umland-Bahn“ beteiligten Gebietskörperschaften (Stadt Erlangen, Stadt Nürnberg und Stadt Herzogenaurach) können diese hohen Investitionskosten nicht alleine aufbringen. Daher ist eine finanzielle Förderung des Projektes unabdingbar. Um die Förderfähigkeit des L-Netzes unter aktuellen Bedingungen sicherzustellen, war es erforderlich, eine Standardisierte Bewertung des L-Netzes in Auftrag zu geben. Das damit beauftragte Büro Intraplan konnte den volkswirtschaftlichen Nutzen und die Förderfähigkeit der StUB im sogenannten reduzierten L-Netz Nürnberg – Erlangen – Herzogenaurach nachweisen.

Es besteht eine Förderzusage von Land und Bund über 90% der förderfähigen Investitionskosten. Nicht förderfähig sind die Planungskosten sowie die Trassenführung auf straßenbündigem Bahnkörper. Hierbei kann die Gleistrasse vom Individualverkehr befahren werden, was aufgrund der beengten Platzverhältnisse nach derzeitigem Planungsstand auf etwa 15 % der gesamten Streckenlänge der Fall sein wird. Die Fördermittel des Bundes stammen aus dem 2019 auslaufenden GVFG-Programm (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz). Im Rahmen der Neuregelung der Bund-Länder Finanzbeziehungen sollen die Fördermittel jedoch ungekürzt über 2019 hinaus fortgeführt werden. Die Stadt Erlangen setzt sich darüber hinaus gemeinsam mit dem Deutschen Städetag für eine Änderung der Fördermodalitäten ein. Ziel ist, dass künftig die gesamte Streckenführung gefördert wird, unabhängig davon, ob die Trasse straßenbündig oder auf einem eigenem Bahnkörper verläuft.

Verlängerung Thon – Am Wegfeld in Nürnberg, erster Teilabschnitt der StUB. Visualisierung: VAG Nürnberg
Verlängerung Thon – Am Wegfeld in Nürnberg, erster Teilabschnitt der StUB. Visualisierung: VAG Nürnberg

Die StUB und der VEP

Im Prozess des Verkehrsentwicklungsplans Erlangen können auf Basis eines Verkehrsmodells Trassenvarianten der StUB hinsichtlich ihres Fahrgastpotentials verglichen, bewertet und weiter optimiert werden. Ebenso soll die intermodale Verknüpfung der Stadtbahn mit anderen Verkehrsträgern untersucht und initiiert werden. Meilenstein E der Fortschreibung des VEP schreibt den Nahverkehrsplan der Stadt Erlangen fort. In diesem soll die Einbindung der StUB in ein regional-optimiertes Busnetz vorbereitet werden, damit Bahn und Bus nicht als Konkurrenz, sondern als sich ergänzendes System betrieben werden können. Der VEP kann so die Realisierung der StUB voranbringen und diese auf eine solide verkehrliche Basis stellen.

Materialien zur Bürgerinformationsveranstaltung

Die Stadt Erlangen nahm die aktuellen Entwicklungen zum Anlass und lud zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein. Über 300 Bürgerinnen und Bürger informierten sich am 11. November in der Heinrich-Lades-Halle über den aktuellen Stand zur Stadt-Umland-Bahn (StUB).

Unabhängige Experten erläuterten Vor- und Nachteile anderer Systeme, die sich auf einen Ausbau des Busnetzes fokussieren. Außerdem kamen aus der Bürgerschaft Befürworter und Gegner des Projektes zu Wort. Während der Veranstaltung wurden über 100 schriftliche Fragen eingereicht.

Die Antworten sowie die Präsentationsunterlagen und Stellwandposter finden Sie im Folgenden:

 

Antworten zur Bürgerfragestunde im Stadtrat am 25.2.2016, TOP 24.1: http://ratsinfo.erlangen.de/bi/to0040.php?__ksinr=2113576
(Hinweis: Es handelt sich nicht um das Protokoll der Sitzung sondern um eine Vorabveröffentlichung der Mitschrift.)

Hinweis: Bitte für die korrekte Darstellung des Fragen-Antwort-Katalogs StUB inklusive Trassenführung einen PDF- Reader verwenden!

Letzte Aktualisierung: 28.11.2016

 

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