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Nutzergruppen

„Busse und Bahnen… da gehen wir ran!“

Ergebnisse der Workshops mit den Nutzergruppen

Unter dem Motto „Busse und Bahnen - da gehen wir ran!“ hat die Stadtverwaltung Erlangen das neue Rahmenkonzept für den Busverkehr im Mai und Juni 2015 interessierten Nutzerinnen und Nutzern vorgestellt. Im Fokus standen dabei diejenigen, auf die es in der Planung vor allem ankommt: die Fahrgäste.

In insgesamt drei Workshops mit unterschiedlichen Nutzergruppen wurden die verschiedenen Anforderungen beleuchtet und das Netz mit Blick auf die jeweiligen Interessen konkret diskutiert.

Eine weitere Möglichkeit, die Planungen für das Busnetz kennenzulernen und zu diskutieren, besteht im Rahmen der 2. Bürgerinformationsveranstaltung am 07.07.15, von 18:00 bis 21:00 Uhr im Redoutensaal, Theaterplatz 1.

 

Nutzergruppe Versorgungs- und Freizeitwege

Zwei Drittel aller täglichen Wege dienen Freizeit- und Versorgungszwecken*. Die Bedürfnisse, die hinter diesen Wegen stehen, sind sehr vielfältig. Zu ihnen gehören der Einkauf von Lebensmitteln ebenso wie der Gang zum Arzt, eine private Erledigung auf der Bank oder auf dem Amt, die Teilnahme an sportlichen, kulturellen oder politischen Veranstaltungen oder das Treffen mit Freunden. Da sie mit so unterschiedlichen Aktivitäten verbunden sind, weisen Freizeit- und Versorgungswege eine Reihe besonderer Merkmale* auf:

  • Die Ziele (Einzelhandel, Einkaufszentren, Märkte, Kinos, Theater, Sporteinrichtungen, Kliniken, Arztpraxen, etc.) sind häufig über das gesamte Stadtgebiet verstreut.
    • Die Zeiten, zu denen die Menschen für Freizeit und Versorgung mobil sind, sind über den ganzen Tag verteilt. In der Regel finden sie außerhalb der klassischen Hauptverkehrszeiten statt, die Nebenverkehrszeiten und das Wochenende sind hier daher von besonderer Bedeutung.
      • Versorgungswege sind oftmals Teil komplexer Wegeketten. Vor allem erwerbstätige Menschen, die Beruf und Familie miteinander verknüpfen müssen, kombinieren oft verschiedene Wege miteinander.
        • Wegelänge, Wegedauer und die Wahl des Verkehrsmittels sind abhängig davon, wie ein Gebiet mit Einkaufs-, Dienstleistungs-, Freizeit- und Versorgungseinrichtungen ausgestattet ist. Wer in der Nähe seines Wohnortes keine Läden für den täglichen Einkauf vorfindet und seinen Wocheneinkauf stattdessen in einem großen Einkaufsmarkt am Stadtrand erledigen muss, nutzt dafür häufig lieber das Auto.

Bundesweit hat der ÖPNV nur einen geringen Anteil an Freizeit- und Versorgungswegen*. Das neue Buslinienkonzept in Erlangen hat zum Ziel, auch für diese Wege eine attraktive Alternative zu sein. Die 25 Teilnehmer/innen des Workshops hatten die Aufgabe zu überprüfen, ob diese Anforderung im vorliegenden Planungsstand erfüllt wird. Dafür schickten sie vier „virtuelle Personen“ auf eine Reise durch das neue Busnetz und notierten, was sie auf dieser Reise erlebt haben.

Im Ergebnis zeigte sich, dass der Arztbesuch an einem Werktag, der Wochenendeinkauf mit der ganzen Familie, der abendliche Konzertbesuch oder der Weg zu einer Bürgerversammlung nach Feierabend mit dem Bus im neuen Netz möglich sind. Nicht jeder „virtuelle Nutzer“ fand dabei eine Direktverbindung vor, einmaliges Umsteigen könne aber toleriert werden. Die Teilnehmer/innen gaben eine Reihe weiterer Hinweise für die Verbesserung von Anbindungen, die Erleichterung des Umsteigens und die Barrierefreiheit der gesamten Reisekette. Vor allem jedoch wurde darauf hingewiesen, dass angemessen dichte Takte und gut erreichbare Angebote auch abends und am Wochenende besonders wichtig sind, damit die Bürger/innen aus Stadt und Region ihre Freizeit- und Versorgungswege in Zukunft noch besser mit dem Bus erledigen können.

(*Quelle: infas, DLR: Mobilität in Deutschland 2008)

 

Nutzergruppe Berufspendler

Die Pendler stellen eine Hauptzielgruppe für das neue Rahmenkonzept dar. Sie sollen:

  • ihren Arbeitsplatz zukünftig direkter erreichen können,
    • dank dichterer Takte und weniger Umstiegen schneller zur Arbeit und wieder nach Hause kommen,
      • den Bus als attraktives Verkehrsmittel kennenlernen und nutzen - und dafür den Pkw zukünftig zu Hause lassen.

Aus Sicht der Pendler, die zum Workshop am 11. Mai 2015 im Rathaus erschienen waren, erfüllt das geplante Busnetz diese Anforderungen. Das Rahmenkonzept, vor allem die neue Linienführung wurde als gut, umsetzbar und akzeptanzfähig bewertet. Es gab jedoch auch kritische Hinweise und Fragen, die im Rahmen der weiteren Bearbeitung noch geklärt werden müssen. Dazu gehören die Anbindung von Büchenbach an das Zentrum, die Wahl des geeigneten Taktsystems, die direkte Anbindung der Krankenhäuser an den Hauptbahnhof, oder die Erschließung des Werner-von-Siemens-Standortes in der Innenstadt.

Park-and-Ride-Möglichkeiten, integrierte Informationssysteme sowie die Gestaltung der Umsteigehaltestellen waren weitere Fragen, die in den folgenden Bearbeitungsschritten (Nahverkehrsplan, Verkehrsentwicklungsplan) beantwortet werden sollen.

 

Nutzergruppe Schüler & Studierende

Schüler/innen, ihre Eltern, sowie Studierende an den Hochschulstandorten in Erlangen, Nürnberg und Fürth sollen durch das neue Netz:

  • Schulen, Universitätsstandorte sowie außerschulische Angebote direkt erreichen können,
    • für ihre Wege zur Haupt- und zur Nebenverkehrszeit ausreichende Kapazitäten und einen an Unterrichts- und Vorlesungszeiten angepassten Fahrplan vorfinden,
      • den Bus auch für andere Wege als attraktives Verkehrsmittel anerkennen und dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) langfristig als Fahrgäste erhalten bleiben.

Aus Sicht der Schüler/innen, Elternvertreter und Studierenden, die am 13. Mai in der VHS mit Vertreter/innen der Stadt diskutierten, werden eine Reihe von Anforderungen mit dem geplanten Netz erfüllt. Insbesondere die dargestellte Lage und Erreichbarkeit der Standorte im Netz, die neue Anbindung der Technischen- bzw. Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität sowie der Vorschlag, zwischen Erlangen und den in anderen Städten gelegenen Standorten direkte Verbindungen einzurichten, stieß auf Zustimmung. Noch zu klären ist, aus Sicht der Zielgruppe, die Anbindung der Innenstadt aus Richtung Norden, die Detailführung der Linien in der Innenstadt sowie die Start- und Endpunkte der Linien im Landkreis und den benachbarten Städten Fürth und Nürnberg.

Weitere Anregungen, die über den Rahmen der derzeitigen Planung hinausgehen, beinhalteten den Vorschlag, bei Semesterbeginn aktiver Informationen über das ÖPNV-Angebot bereitzustellen und bei der Konzeption auch die Nachtbusverkehre zu berücksichtigen. Das Thema Tarif sollte aus Sicht der Studierenden und Schüler ebenfalls nochmals angegangen werden. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Stadt Erlangen und die ESTW Vorschläge für die Stadttarife entwickeln können, die Fahrpreisgestaltung an sich jedoch in den Gremien der VGN beschlossen wird.

Insbesondere mit Blick auf die Passfähigkeit der Schulzeiten und des Fahrplans können auch im bestehenden Netz bereits deutliche Verbesserungen erzielt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Schulen die ESTW frühzeitig über Veränderung der Unterrichtszeiten (z.B. verlängerter Unterricht am Nachmittag) informieren.

 

Wie geht es weiter?

Alle, von den Nutzergruppen gegebenen Anmerkungen ebenso wie weitere Anregungen, die die Stadt über das VEP-Forum sowie über diese Webseite erreicht haben, werden gesammelt und ausgewertet. Nach Abschluss des Diskussionsprozesses wird eine Überarbeitung des Netzes erfolgen. Dabei werden die Hinweise berücksichtigt, teilweise muss jedoch auch abgewogen werden.

Das überarbeitete Netz wird erneut der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen:

  • Dienstag, 7. Juli 2015, 18:00 - 21:00 Uhr: 2. Bürgerinformationsveranstaltung im Redoutensaal, Theaterplatz 1 (Gebärdendolmetscher vor Ort) – Vorstellung des aktuellen Planungsstandes

Letzte Aktualisierung: 02.10.2017

 

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